Gute Zusammenfassungen schreiben mit diesen 5 Tipps

Wie eine Weltkarte bieten gute Zusammenfassungen einen Überblick über das grosse Ganze und ermöglichen es, bestimmte Gebiete vertieft zu erforschen. Sie sind ein Schritt zum besseren Verständnis des Stoffes einer Weiterbildung und zugleich eine nützliche Lernhilfe. eggheads.ch gibt dir 5 Tipps für gute Zusammenfassungen.

Die Literaturliste deiner Weiterbildung ist seitenlang, die Sachbücher türmen sich auf dem Schreibtisch neben Stapeln von Fachartikeln und umfangreichen Kursunterlagen. Deine Notizen runden die Informationsflut ab (Tipps für gute Notizen). Gross ist der Wunsch aber auch der Aufwand, das Wissen auf den Punkt zu bringen und Unnötiges weg zu lassen. Lohnt sich aber die Mühe, eine Zusammenfassung zu schreiben? Durchaus, denn gute Zusammenfassungen sind ein Schritt, Wissen anzueignen (vgl. auch Lerntipps für die Abschlussprüfung).

In einer Weiterbildung liest du viele Bücher: fasse sie zusammen

Bücher, Skripte und Notizen stapeln sich in einer Weiterbildung: wie bringst du alles auf den Punkt? Lies unsere Tipps für gute Zusammenfassungen.

1. An Lernzielen der Weiterbildung orientieren

Du hast dich zur Weiterbildung angemeldet, weil du ein klares Ziel hast (vgl. 6 Fragen, die du dir vor der Weiterbildung stellen solltest). Der Kurs widmet sich einem bestimmten Thema deines Fachbereiches, einer spezifischen Fragestellung und verspricht in den Kurszielen, was die Teilnehmer lernen sollen.

An Weiterbildungszielen orientieren

Orientiere dich an deinen Zielen und was die Kursbeschreibung als Lernziel definiert.

2. Thema der Weiterbildung gliedern

Das Thema deiner Weiterbildung ist wiederum zerlegt in Module und Kursblöcke. Diese Struktur kann ein Ansatz sein, den Brocken in verdaubare Portionen zu stückeln. Weitere Ansätze ergeben sich anhand der Sachbücher, Fachartikel und Kursunterlagen. Trage all diese Informationen zusammen und bündle sie thematisch.

3. Vorarbeit anderer nutzen

Die schwierigste Frage: Welche Aspekte heben die verschiedenen Autoren hervor? Randnotizen, Lernfragen oder Kapitelzusammenfassungen sind nützliche Anhaltspunkte. Vergleiche die Perspektiven und schäl anhand der Gliederungen das Wesentliche heraus. So baust du das Gerüst für eine gute Zusammenfassung.

Gerüst für eine gute Zusammenfassung

Das Gerüst für eine gute Zusammenfassung kannst du aus textlichen Anhaltspunkten aus den Literatur und Kursunterlagen konstruieren.

4. Informationen isolieren

Fragen sind ein effektives Mittel – zum Lernen (vgl. 6 Lerntipps) aber auch zum Schreiben von guten Zusammenfassungen. Gemäss Metzger (Lern- und Arbeitsstrategien. Ein Fachbuch für Studierende. 2010) sind die drei wesentlichen Teile einer Information:

  • Thema: Worum geht es? Was sind die Lernziele?
  • Hauptgedanken: Was will der Autor sagen? Welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen?
  • unterstützende Einzelheiten: Wie werden die Hauptgedanken veranschaulicht?
  • Nebensächlichkeiten: Was sind weitere Beispiele?

5. Zusammenfassungen austauschen

Berufliche Weiterbildungen sind eine erstklassige Plattform für professionelles Netzwerken und den Erfahrungsaustausch. Von andern lässt sich einiges lernen – gerade auch, wenn ihr Zusammenfassungen austauscht. Häufig teilen Gruppen die verschiedenen Module eines Lehrgangs untereinander auf, so dass nicht jeder alles zusammenfassen muss. Wichtig ist einfach, dass ihr eine ähnliche Arbeitsweise habt, damit allen klar ist, was sie erwartet. Zusammenfassungen anderer können dir eine neue Perspektive auf ein Thema eröffnen, die dir vorher verschlossen war. Auch können neue Fragen auftauchen, die es zu klären lohnt. Je nach Thema findest du Zusammenfassungen auch im Internet z.B. bei Uniboard.ch.

Weiterbildung ist für viele ein Dschungel. Mit eggheads die richtige Weiterbildung finden.

Mit einer guten Zusammenfassung siehst du den Wald trotz vieler Bäume noch..

Wenn alle Kurstage deiner Weiterbildung vorbei sind, Abschlussarbeit und Abschlussprüfung anstehen, tauchst du erneut in den Stoff ein. Mit diesen 5 Tipps möchte dir eggheads.ch helfen, damit du vor lauter Bäumen den Wald noch siehst. Zusammenfassungen sind durchaus aufwändig. Aber Wissen, das du nicht oft benötigst, geht schnell vergessen. Der langfristige Vorteil von Zusammenfassungen: Wenn du sie später hervor holst, kannst du das Gelernte auffrischen.

Deine Weiterbildung neigt sich dem Ende zu? Teil dein Wissen und schreib eine Kursbewertung: Jetzt eggheads beitreten, Kurs suchen und bewerten.

Photo Credits: thanks to pixabay and unsplash.

6 Lerntipps für die Abschlussprüfung

Zum Abschluss einer Weiterbildung erwartet dich meist eine mündliche oder schriftliche Prüfung. Viel hast du während des Kurses gesehen und gehört, notiert und überlegt. eggheads.ch bringt einige Lerntipps von Mary Lobdell für dich auf den Punkt, damit du bestens gerüstet zur Abschlussprüfung antreten kannst.

“Study less study smart” klingt zwar etwas nach “Bikinifigur in 14 Tagen” oder “Millionär über Nacht” aber mit Marty Lobdell hat sich ein gestandener Psychologieprofessor ausführlich Gedanken zum Lernen gemacht. Seine Vorlesung dauert über eine Stunde und ist zwar anschaulich gestaltet, aber sie liesse sich auch kürzer halten. Im Sinn von “watch less learn more” hat der eggheads Weiterbildungsblog die wichtigsten Punkte für dich zusammen gefasst, damit nach der Weiterbildung möglichst viel in Erinnerung bleibt.

Das Video in voller Länge:
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=IlU-zDU6aQ0]

1. Etappen von 25-30 Minuten bringen dich weiter

Länger büffeln bringt nicht mehr: Unterteil deine Lerntage in Blöcke von 25-30 Minuten, denn nach dieser Zeit schwindet die Fähigkeit, neue Informationen zu speichern. Ist ein Block vorbei, gönn dir in einer Pause von fünf Minuten etwas Lustiges oder Schönes – Belohnungen sind wichtig. Das gilt für die Pausen zwischen den Blöcken als auch am Ende des Tages. Das macht zufrieden und motiviert für den nächsten Tag.

Lerntipp in Intervallen von 25 bis 30 Minuten lernen.

Miss die Zeit: länger als 25-30 Minuten lernen am Stück bringt’s nicht.

2. Schaff eine Lernumgebung

Im Bett, auf dem Sofa oder am Esstisch lernen ist schwierig, da du dich anderes in dieser Umgebung gewohnt bist. Da ein eigenes Zimmer oder Kämmerchen oft nicht vorhanden ist, richte dir eine Ecke ein, die nur für eines da ist: zum Lernen. Der richtige Kontext macht es einfacher, in den Modus zu kommen.

Lernumgebung Bibliothek

Die richtige Lernumgebung muss nicht so aussehen wie dieser historische Bibliothekssaal. Es kann auch eine ausgewählte und bestimmte Ecke in deinem Zuhause sein.

Historischer Bibliothekssaal“ von OLBEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

3. Lerne aktiv

Bevor du in den Stoff deiner Weiterbildung eintauchst, frage dich: lernst du Fakten oder Konzepte? Fakten gehen mit der Zeit vergessen und müssen nachschlagen werden (aka gegoogelt). Tipps zum Merken von Fakten folgen weiter unten. Konzepte zeigen Zusammenhänge auf und bleiben hängen. Lern Konzepte zuerst, drück sie in eigenen Worten aus und teste dich dazu. So speicherst du das Wissen und kannst es aktiv erinnern. Wenn du bloss die mit Leuchtstift markierten Stellen in den Notizen anschaust, kannst du sie zwar erinnern, wenn du sie wieder siehst – aber an der Prüfung fehlen dir solche Impulse. Darum: lerne aktiv.

Sigmund Freud

Der Unterschied zwischen Fakt und Konzept:
Fakt: Sigmund Freud ist der Vater der Psychoanalyse.
Konzept: Die Psychoanalyse.

4. Mach gute Notizen während der Weiterbildung

In einem früheren Blogpost hat eggheads bereits einmal das Thema Notizen aufgegriffen. Gute Notizen helfen dir beim Verstehen und Erinnern. Setzt dich nach dem Kurs hin, ergänze Notizen und hebe Wichtiges hervor. Wenn du sattelfest bist, wage dich an die Krönung: den Stoff deiner Weiterbildung andern beizubringen. Klappt’s? Dann kann nichts mehr schief gehen.

So machst du gute Notizen in deiner Weiterbildung

Gute Notizen helfen dir, dich nicht zu verzetteln.

5. Hol alles aus den Kursunterlagen

Einfach Lesen genügt nicht. Eine aufwändige aber angesehene Methode für effektives Lesen in sechs Schritten ist die SQ3R-Methode. Dazu gehören:

  • Survey: Gewinn den Überblick. Um was geht es in einem Kapitel überhaupt?
  • Question: Formulier Lernfragen: Welche Fragen sollte das Kapitel klären?
  • Read: Lies den Text. Was ist wichtig? Kennzeichne es.
  • Recite: Denk nach. Wie lässt sich der Inhalt mündlich und schriftlich zusammen fassen?
  • Review: Blick zurück. Wie hängen die Kapitel zusammen? Wie lässt sich das Wissen im Berufsalltag anwenden?

Mehr über die SQ3R-Methode bei Wikipedia

Der 6. und letzte Lerntipp: Bilde Eselsbrücken beim Lernen

Damit Zahlen nicht mehr nackt und Fakten nicht mehr gesichtslos sind, verwende Eselsbrücken. Drei Ansätze:

  • Abkürzungen: drücke Abkürzungen in einem Satz aus, der thematisch passt und den du dir merken kannst.
  • Redewendungen: Passe geflügelte Worte dem Stoff deiner Weiterbildung an.
  • Bildassoziationen: Versuch aus den Inhalten und Begriffen ein Bild abzuleiten, das dir bleibt. Es ist okay, wenn es so ausgefallen ist, dass es nur dir hängen bleibt. Hier ein Beispiel wie sich jemand Sofia als Hauptstadt von Bulgarien merkt (Sofa, Bull, Gary).
Lerntipp Bildassoziationen

Wenn das Bild nicht hängen bleibt: eine Bildassoziation für die Hauptstadt Bulgariens – Sofia. Bull + Gary + Sofa

Mit diesen Tipps hast du etwas in der Hand, das dir zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung deiner Weiterbildung helfen kann. Sie mögen zum Königsweg werden – oder völlig unpraktisch bleiben. Einen Versuch sind sie hingegen wert. Eine gute Idee ist es jedenfalls, nicht zu spät los zu legen und verschiedene Tipps und Tricks zu probieren.

Viel Erfolg bei deinen Prüfungen wünscht dir eggheads.ch.

Photo Credits. Thanks Miika Silfverberg (for egg-timer), freeparking 😐 for Sigmund Freud, Memory-Improvement-Tipps.com for Bull Gary, Unsplash.