Gute Notizen leicht gemacht: 8 Tipps für jede Weiterbildung

Wer nicht zu den Glücklichen gehört, die sich alles Gehörte und Gesehene gleich dauerhaft merken können, braucht eines: gute Notizen. 8 Tipps von eggheads.ch für Notizen, die dir auch nach der Weiterbildung noch etwas bringen.

Wenn du an der für dich richtigen Weiterbildung teilnimmst, hörst du einiges, das dir bekannt vor kommt und viel Neues. (Sollte zu viel Bekanntes oder zu viel Neues dabei sein, solltest du das Gespräch mit dem Kursleiter suchen). Hin oder her: ausschlafen, Ohren spitzen und zuhören allein reicht noch nicht. Es prasseln so viele Informationen auf dich ein, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, alles im Kopf zu speichern. Meistens verschwindet so einiges innerhalb eines Tages – spurlos. Notizen sind hilfreiche Gedächtnisstützen, mit denen du mehr in Erinnerung behältst und Wissen schneller aufrufen kannst. Eine lohnende Anlage für die Zukunft, z.b. beim Lernen für die Abschlussprüfung.

So machst du gute Notizen in deiner Weiterbildung

Gute Notizen helfen dir, dich nicht zu verzetteln.

1. Bereite dich vor

Mit einigen Jahren Schulerfahrung auf dem Buckel haben sich bestimmt Vorlieben und Gewohnheiten eingeschlichen, ob dir kariertes, liniertes oder weisses Papier am besten liegt, ein Notizblock oder ein Notizheft, im Format A4 oder A5 oder… Bereite dich einfach vor, damit du für die ganze Dauer der Weiterbildung genügend Papier, scharfe Bleistifte inkl. Spitzer oder ausreichend Kugelschreiber dabei hast. Vielleicht bist du ein Anhänger von elektronischen Notizen: auch dann gilt, Tablet oder Notebook aufladen, Ladekabel einpacken und allenfalls eine Powerbank anschaffen.

Wenn Kursunterlagen zur Verfügung gestellt werden, können sie eine Ergänzung zu deinen Notizen sein. Wie nützlich die Kursunterlagen sind, kannst du nach der Weiterbildung in deiner Bewertung in der eggheads Community festhalten.

Notizen nach der Weiterbildung aufbereiten

Ausgeschlafen, Ohren und Bleistift gespitzt: Notizen vor- und nachbereiten.

2. Wähle einen guten Sitzplatz

Egal welcher Typ Weiterbildungsteilnehmer du bist: wenn du nur die Hälfte mitbekommst, bleibt noch weniger in den Notizen hängen. Achte darauf, dass du siehst und hörst, worum’s geht. Es muss ja nicht gleich die erste Reihe sein.

3. Schreib leserlich (wenn du schreibst)

Wenn sich bei dir nie jemand für Postkarten oder Briefe bedankt hat, lag das vielleicht daran, dass die Empfänger das Gekritzel nicht entziffern konnten und du als Absender unerkannt bliebst. Notizen schreibst du in einer Weiterbildung zwar für dich (allenfalls zum Teilen, vgl. weiter unten), aber damit du später noch lesen kannst, was du damals festhalten wolltest, lohnt sich eine lesbare Handschrift. Wer Notizen in ein Notebook, Smartphone oder Tablet tippt, muss darauf nicht achten. Wer mit einem Stylus auf einem Tablet schreibt, sollte sicher gehen, dass das Programm oder die App die Handschrift kennt. Sonst bleibt nur Wingdings hängen.

Lesbare Notizen schreiben in einer Weiterbildung

Wenn gerade kein alter Ägypter in der Gegend ist, kommst du mit Hieroglyphen nicht weiter. Darum unser Tipp: notier leserlich.

4. Fokussier dich aufs Wesentliche

Festhalten ist das Ziel beim Notieren. Alles niederschreiben kann’s nicht sein, sonst verlierst du den Anschluss. Die Kunst ist es, so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich zu notieren. Wie viel das ist, hängt von deinem Vorwissen und deinen Zielen bei der Weiterbildung ab. Schärfe deinen Fokus und reduziere. Entscheide, was fürs Thema und was für dich relevant ist. Mit etwas Mut zur Lücke wird’s hinhauen.

5. Sag es in deinen Worten

In den Worten der Dozenten klingt so vieles plausibel. Ein Thema in eigenen Worten auszudrücken ist hingegen deutlich schwieriger – aber nützlich. Wenn du die Inhalte in deinen Worte festhältst, hast du bereits einen Schritt unternommen, um dir das Wissen anzueignen. Im Fachjargon nennt sich das paraphrasieren. Apropos Fachjargon: wenn du Fachausdrücke, Abkürzungen etc. niederschreibst, erklär sie, damit du sie auch beim späteren Nachschlagen noch verstehst.

Abkürzungen in Notizen sind später nicht immer klar

Nicht jede Abkürzung wird später klar sein.

6. Schreib ganze Sätze

Fokus geschärft, eigene Worte gefunden – jetzt ist die Frage, ob gute Notizen bloss aus Stichworten bestehen oder ganze Sätze benötigen. Mit Stichworten bist du schneller, es fällt leichter, dem Unterricht zu folgen, dafür fällt es dir beim Nachlesen schwerer, den Zusammenhang zu rekonstruieren. Ganze Sätze brauchen zwar mehr Zeit, dafür bleiben sie in sich verständlich. Allein weil du nicht alles niederschreiben kannst, musst du dich aufs Wesentliche konzentrieren (womit wir wieder bei Tipp 4 sind).

7. Mach bewährte Methoden zu deinen

Wenn du ein eigenes System entwickelt hast und daraus schlau wirst, hast du schon einiges erreicht. Falls nicht: greif auf etablierte Methoden zurück und mach sie dir zu eigen.

Notizen machen mit dem Cornell System

Zu den bewährten Methoden gehört zum Beispiel das Cornell System. Man unterteile ein Blatt in vier Teile:

Notizen machen in einer Weiterbildung mit dem Cornell System

Notiere das Wichtige in einer Weiterbildung mit dem Cornell System.

  • Eine Zeile zu oberst: Datum, Thema der Weiterbildung, Referent
  • linke Spalte: Schlüsselworte
  • Hauptfeld: Notizen
  • zu unterst: Zusammenfassung.

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Notizen machen mit Mindmaps

Mindmaps sind bei den einen so umstritten wie sie bei den andern beliebt sind. Sie sind eine visuelle Methode, die Strukturen und Zusammenhänge aufzeigt. Beginne mit dem Thema der Weiterbildung im Kreis in der Mitte. Jeder thematische Aspekt erhält einen neuen Ast. Vertiefungen hängen an die Äste an.

Gute Notizen machen in einer Weiterbildung mit Mindmaps

Mindmaps: für die einen so fremd wie japanisch für die anderen eine intuitive und visuelle Form Notizen zu machen.

Notizen visualisieren

Das Auge lernt mit. Oft lässt sich eine Aussage als Skizze oder Schema auf den Punkt bringen. Zeichnungen, Symbole und Farben können hilfreich sein, Notizen zu strukturieren und Zusammenhänge aufzuzeigen.

8. Bleib nicht auf Notizen sitzen

Wissen vermehrt sich durch Teilen. Das gilt nicht nur für die Erfahrungen mit Weiterbildungen sondern auch für Notizen. Klar, in Notizen steckt einiges an Zeit, Schweiss und Grips. Wenn andere sie lesen, sind sie nicht Trittbrettfahrer zu deinen Lasten. Allein durchs Schreiben hast du dir das Wissen ein Stück angeeignet und bist andern einen Schritt voraus.

Notizen sind nicht für die Ewigkeit. Insbesondere, da sich Wissen heute schnell überholt. Sie sind aber eine nützliche Gedankenstütze, die dir über die Weiterbildung hinaus nützlich sein kann.

Wie machst du Notizen? Sage es im Kommentarfeld unten.

Photo Credits: thanks to deathtostockphoto and pixabay.

Cornell Notes

Mindmap

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